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Wann haben Sie das Interesse für ihr Studienfach entdeckt?
Während der Schule habe ich schon immer viel Spaß am Rechnen gehabt und wollte bei einem Architekturstudium an der FH Erfurt meine Interessen auf den Gebieten Mathematik und Kunst miteinander verbinden. Allerdings stellte ich schnell fest, dass dieses Studium nicht so aufgebaut war, wie ich es mir vorgestellt hatte und fing deshalb einen einjährigen Lehrgang zur Mediengestaltung an. Als Vorbereitung auf mein späteres Studium lernte ich dort digitales Gestalten am Computer, was mir sehr viel Spaß machte. Schließlich studierte ich drei Semester lang Angewandte Informatik in Erfurt, bevor ich das Studium an der FH Schmalkalden fortgesetzt habe. Insgesamt bin ich mit meinem Studium sehr zufrieden und werde es jetzt mit meiner Diplomarbeit abschließen.
Welche Erinnerungen haben Sie an Ihr Studium?
Da ich von Erfurt nach Schmalkalden gewechselt bin, kann ich die beiden Fachhochschulen gut vergleichen. In Schmalkalden gefällt mir besonders gut, dass man sehr nah mit den Professoren zusammenarbeiten kann und eine Art familiäres Verhältnis hat. Auch die Ausstattung der Computer und Lehrräume ist sehr gut. In Schmalkalden kennt man keine überfüllten Hörsäle wie an anderen Hochschulen und auch im Bereich der Forschung ist man hier sehr aktiv.
Wie hoch ist der Frauenanteil in Ihrem Beruf?
Zu Beginn meines Studiums waren wir circa 60 Studierende und davon nur 4 Frauen. Einige davon sind dann noch in den Studiengang Wirtschaftsinformatik gewechselt, sodass ich nun die Einzige bin, die das Diplom in Informatik ablegt.
Was ist Ihr Spezialgebiet?
Mein Spezialgebiet sind 3D-Computergrafiken, einerseits weil ich meine Diplomarbeit über dieses Thema schreibe, andererseits weil ich schon seit längerem in einer Forschungsgruppe aktiv bin, die sich ebenso mit dem Thema auseinandersetzt. Als ich nach Schmalkalden kam, habe ich mich dieser Forschungsgruppe angeschlossen. Wir betreuen vielseitige Multimediaprojekte und haben schon zahlreiche 3D-Modelle entwickelt. Außerdem habe ich die organisatorischen Aufgaben übernommen und kümmere mich um die Öffentlichkeitsarbeit. Neben der Forschungszeit sind wir auch öfter auf Messen, wie letztens der Cebit vertreten und dürfen dort unsere Prototypen vorstellen.
Haben Sie während Ihrem Studium Praktika absolviert?
Passend zu den Aktivitäten in meiner Forschungsgruppe und meinem ersten Studium konnte ich ein Praktikum in einem Architekturbüro machen. Dabei konnte ich in Schmalkalden vor allem bei der Entwicklung von 3D-Präsentationen mithelfen.
Welchen Rat geben Sie Abiturientinnen mit auf den Weg? Was würden Sie jungen Frauen raten, die das Studium ergreifen wollen?
Informatik bietet als Studienfach ein vielseitiges Spektrum auf dem man sich sehr verschieden spezialisieren kann. Das Feld reicht von klassischen Programmiertätigkeiten über Projektmanagement bis hin zum künstlerischen Bereich. Wenn man also in der Schule Spaß an Mathematik hat und ein gewisses logisches Verständnis mitbringt, kann man sich im Studium und später im Beruf ganz nach seinen eigenen Talenten und Interessengebieten in der Informatik ausrichten.
Wo würden Sie nach der Hochschule gern arbeiten?
Am liebsten würde ich nach meiner Diplomarbeit in einem größeren Unternehmen arbeiten und somit Einblicke in die Wirtschaft erhalten. Andererseits würde ich wegen meiner Familie gern in Thüringen arbeiten. Wenn ich diese beiden Wünsche verbinden könnte, wäre das die perfekte Arbeitsstelle für mich.
Wie lassen sich Familie und Studium vereinbaren?
Familie und Studium unter einen Hut zu bekommen ist manchmal nicht ganz einfach. Die FH Schmalkalden unterstützt junge Mütter sehr gut während des Studiums. Es gibt zum Beispiel eine Tagesmutter, die sich um die Studentenkinder unter 2 Jahren kümmert. Ich habe einen guten Kindergarten gefunden, bei dem man die Kinder auch bis 19 Uhr betreuen lassen kann, wenn man beispielsweise an der Diplomarbeit schreibt. Die Hauptsache ist aber einen Rückhalt aus der Familie zu haben und ich bin sehr froh über die Unterstützung die ich bekomme.