Bioinformatik

Vielfalt an Naturwissenschaften in einem einzigartigen Studium

Du bist vielseitig interessiert und hast keine Lust, dich auf ein Themengebiet festzulegen? Dich begeistert, dass man das Leben der Menschen durch neuartige Medikamente erheblich verbessern kann? Wie die Gene eines jeweiligen Individuums etwas Einzigartiges schaffen und wie man aus einer schieren Datenflut geordnete Forschungsergebnisse durch Programmierung gewinnen kann? Dann ist dieses komplexe wissenschaftliche Fach auf jeden Fall etwas für dich. Wir starten mit einer neuen Studiengangs-Vorstellung in unserer Themenreihe!


Bioinformatik ist einer der wichtigsten Schlüssel-Studiengänge unserer Zeit. Erst im 21. Jahrhundert erlangte diese interdisziplinäre Wissenschaft große Aufmerksamkeit, nachdem 2001 ein erster Durchbruch bei der Entschlüsselung der menschlichen Gene erreicht werden konnte. Die Bioinformatik setzt sich zusammen aus Chemie, Biologie, Pharmazie und dem technischen Knowhow der Informatik.


„Für einen dauerhaft höheren Anteil von Frauen in der Informatik stehen die Zeichen so günstig wie nie zuvor, der hohe Fachkräftebedarf in der Branche, nachhaltige Initiativen in den Unternehmen für die Übernahme von Führungsverantwortung durch Frauen und eine politische Debatte für mehr Gendergerechtigkeit greifen ineinander und erzeugen den Kulturwandel, den wir brauchen“ sagt BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf. Als Informatiker/in steht dir die Welt offen, denn welches Unternehmen kommt heutzutage ohne Computer aus? Dinge, die du mitbringen solltest, sind Begeisterung, eine Affinität zu logischem Denken und Teamfähigkeit. Alle grundlegenden Kenntnisse rund um die Informatik lernst du während deines Studiums. Die Programmierung anwenderfreundlicher Nutzeroberflächen, Verständnis von Software- Architekturen, Konzeption von Websites sowie Datenbankerstellung oder -verwaltung – alles am Ende kein Problem für dich. Du entscheidest während deines Studiums selbst, was dir am meisten Spaß macht und in welche berufliche Richtung du später gehen möchtest.

 

Rund um Bioinformatik

Biologen ausgerüstet mit den modernsten Werkzeugen unserer Zeit

Biologen ausgerüstet mit den modernsten Werkzeugen unserer Zeit

Du möchtest die Geheimnisse der Biologie besser verstehen? Du willst herausfinden, welche Rolle unsere Gene spielen? Du möchtest deine Studienschwerpunkte selbstständig setzen? Du kannst strukturiert denken, bist sehr organisiert und fleißig? Dann schreib‘ dich schnell für den Studiengang Bioinformatik ein!

Durch diesen Studiengang hast du die Möglichkeit, komplett unerforschtes Terrain zu betreten und ein Pionier auf diesem spannenden Gebiet zu sein. Es gibt viele ungelöste Fragen der Menschheit, die du mithilfe der Informatik verstehen und entschlüsseln kannst. Entscheidest du dich für die Bioinformatik, erwarten dich viele Berufsfelder, ein sehr hoher Bedarf an interdisziplinär ausgebildeten Bioinformatiker/innen, spannende Forschungsprojekte und ein mehr als anständiges Gehalt.

Breitgefächertes Interesse und strukturiertes Denken

Um den vollen Durchblick in das einzigartige Fach der Bioinformatik zu erhalten, solltest du einige grundlegende Fähigkeiten und Charaktereigenschaften mitbringen. Du solltest großes Interesse für typische Inhalte aus der Biologie haben – du hast schon in der Schule mit Begeisterung über Photosynthese, den Aufbau von Tier und Mensch oder Mitochondrien referiert? Dann kannst du dir sicher sein, dass dieser Teil des Studiums dich anspricht. Wie der Studienname bereits sagt, ist auch das Themenfeld der Informatik präsent. Infos über die Anforderungen, Inhalte und Voraussetzungen findest du in unserer Themenvorstellung Informatik hier. Zudem brauchst du für die Erstellung komplexer Programmcodes mindestens sehr gute mathematische Kenntnisse. Weitere Eigenschaften sind Durchhaltevermögen, Engagement und großes Interesse an den Studieninhalten, damit du kreativ und systematisch Lösungen für komplexe Analysen der Informatik und Biologie finden kannst.

Grund 1 für Bioinformatik: Medizin, Bioinformatik, Informatik oder Biowissenschaften – deine Entscheidung!

Wirklich außergewöhnlich ist die unglaublich große Auswahl an Berufs- und Forschungsfeldern, die dir nach einem erfolgreichen Studium zur Verfügung steht. Eine Kombination der unterschiedlichen Fächer ist natürlich ebenfalls möglich und fordert dich, noch mehr interdisziplinär zu denken und zu handeln. Auch innerhalb der einzelnen Bereiche hast du die volle Auswahl zwischen Grundlagenforschung bis hin zu angewandter Forschung in deinem ausgesuchten Spezialfeld.

Deine zukünftigen Arbeitsgebiete können die Bioinformatik, Informatik oder die Biowissenschaften, einschließlich der Medizin, im akademischen Umfeld oder der freien Industrie sein. Um genauer zu werden, nennen wir dir gern einige Arbeitsgebiete. Da wäre zum einen das Projektmanagement oder die Prozesssteuerung in der Biotechnologie. Auch Visualisierungen chemischer Strukturen oder die Strukturanalyse von Gen- und Proteinsequenzen können zu deinem Repertoire gehören. Außerdem kannst du dich mit Reaktions- und Stoffdatenbanken oder computergestützter Synthese beschäftigen. Ein ganz spannendes, sich rasant entwickelndes Gebiet ist die künstliche Intelligenz oder das Entwickeln von Robotern. Dazu gehört auch die Auswertung von Sensor- oder optischen Daten mit Methoden der Mustererkennung sowie die Automatisierung chemischer oder biologischer Analysen und Synthesen.

Grund 2 für Bioinformatik: Kein unnötiges Wissen

Hast du dich in der Schule oft darüber geärgert, dass du scheinbar irrelevante Sachen auswendig lernen musstest? Dinge, die keinerlei Bezug zur Praxis hatten und uninteressant waren, gehören in der Bioinformatik der Vergangenheit an. Das heißt für dich: Kein unnötiges Lernen, sondern Wissen, das sich nach der Wirtschaft und Forschung richtet und sofort angewendet werden kann.

In diesem Studienfach ist es extrem wichtig, nah an den aktuellen Geschehnissen zu forschen, da sich sowohl die Informatik, als auch der Kenntnisstand der Biologie rasant vergrößern. Der Studiengang wurde initiiert, um eine wichtige Lücke zwischen den beiden Fachgebieten zu schließen und ist somit komplett an den Bedürfnissen der Forschung und Wissenschaft ausgerichtet. Die fundierten wissenschaftlichen Grundlagen, die du erwirbst und vielleicht auch einmal mühsam auswendig lernen musst, sind also stets relevant und für den Gesamtkontext der Bioinformatik von Bedeutung. Nachdem du diese Grundlagen erworben hast, folgt deine Spezialisierung auf ein Fach, welches komplett anwendungsorientiert ist. So lernst du durch eigenes Handeln und Forschen die theoretischen Grundlagen – klingt toll, oder?

Praktika, die mehrere Monate dauern, sowie spannende Experimente und Studien im Labor dazu bei, dass garantiert keine Langeweile im Studium aufkommt. Auch die Kooperation mit Unternehmen für die Erlernung von Soft-Skills oder die Anfertigung der Bachelorarbeit sind nicht unüblich und verschaffen dir gleich Kontakte für dein späteres Berufsleben.

Grund 3 für Bioinformatik: Endlich ein MINT-Fach bei dem man auch mit dem Bachelor super Chancen hat

Falls du dich bereits über MINT-Studiengänge informiert hast, wirst du festgestellt haben, dass dir bei den klassischen naturwissenschaftlichen Studiengängen, wie Physik, Chemie oder Mathematik, prinzipiell zur Promotion geraten wird. Für viele Berufe in diesen Fächern ist es unabdingbar, einen Doktortitel zu erlangen. Das ist bei der Bioinformatik anders.

Vor allem in der Industrie hast du mit einem Bachelor of Science in Bioinformatik alle Möglichkeiten, dich Schritt für Schritt hochzuarbeiten. Der Arbeitsalltag eines Bioinformatikers mit einer 40-Stunden Woche wird vom Karriereportal www.karista.de als entspannt eingestuft. Weiterhin ist angegeben, dass Bachelorabsolvent/innen anfangs etwa 1900 bis 2400 Euro brutto verdienen. Am meisten verdient man in der Chemie- und Pharmaindustrie. In der Forschung oder Biotechnologie gibt es generell weniger Gehalt. Als Masterabsolvent/in verdient man in etwa 2300 bis 2800 Euro im Monat. Im Laufe des Berufslebens ist es möglich, beispielsweise durch firmeninterne Schulungen, Projekt- oder Personalverantwortung zu übernehmen und somit aufzusteigen. So verdienen Bioinformatiker/innen im Schnitt später 3080 bis 3700 Euro brutto, in Ausnahmefällen jedoch auch über 7000 Euro.

Wenn du jedoch später leitend in einem Unternehmen tätig sein oder in der Wissenschaft arbeiten möchtest, wird dir die Vertiefung entsprechender Fachkenntnisse durch ein Masterstudium nützlich sein. Weiterführend kann eine Promotion dir helfen, dich gegen engagierte Mitbewerber/innen durchzusetzen.

Grund 4 für Bioinformatik: Forschung und Industrie – beide wollen dich gleichermaßen

Mit einem Masterabschluss oder Doktortitel in Bioinformatik kannst du dir spannende Projekte in der Forschung und Industrie aussuchen. Es ist auch kein Problem, zwischen beiden Feldern zu wechseln und wichtige Erfahrungen zu sammeln, um schließlich den idealen Beruf und das perfekte Arbeitsumfeld für dich selbst zu finden.

Gebiete, in denen du forschen oder arbeiten kannst, sind beispielsweise die Biotechnologie, Pharma- und Medizinunternehmen, die Automatisierungstechnik, die Luft- und Raumfahrt oder jede andere Institution, die sich mit der Auswertung von Big Data befasst. Vor allem musst du jedoch in jedem der Berufe aufpassen, dass alle Daten korrekt eingepflegt und verwaltet werden, um wertvolle Erkenntnisse zu sammeln und spannenden Fragen auf den Grund zu gehen.

Ein typischer Werdegang ist der vom Bachelorabschluss zum Master of Science, über eine Anstellung als IT-Manager und schließlich zur Promotion, um noch höher aufzusteigen.