Wirtschaftsingenieurwesen

Erfolg zwischen Produktion, Logistik und Marketing

Produkte entwickeln, fertigen und auf den Markt bringen – Hersteller benötigen hierfür fähige Fachkräfte. Als solche gelten auch Wirtschaftsingenieure. Sie sind Generalisten, die in fast allen Unternehmensbereichen zum Einsatz kommen. Meist verstärkt in Logistik, Marketing, Controlling und bei Beratungsunternehmen.


 „Wirtschaftsingenieure gehören in jedes Team eines Unternehmens, weil sie unterschiedliche Aufgaben von der Vermarktung bis hin zur Produktentwicklung übernehmen können – das macht sie so attraktiv“, sagt Professor Helmut Baumgarten, einer der Autoren der Berufsbilduntersuchung für Wirtschaftsingenieure aus dem Jahre 2011. Das erleichtert Ihnen auch den Berufseinstieg, denn sie sind an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Technik aktiv im Einsatz. Sie müssen die Arbeit des Konstrukteurs genauso verstehen, wie die des Controllers. Außerdem achten sie darauf, dass die Produkte zuverlässig funktionieren und sich auch verkaufen lassen. Wirtschaftsingenieurinnen und –Ingenieure sind „Allrounder“ auf diesem Gebiet. Absolventen des Wirtschaftsingenieurwesens bringen als Fach- und Führungskräfte moderne, interdisziplinäre Qualifikationen mit und sind somit optimal für den internationalen Arbeitsmarkt und das Arbeiten im Team vorbereitet. Ihre Fähigkeiten umfassen Betriebswirtschaft und Technik. Da verwundert es nicht, dass sie als überfachlich qualifizierte Nachwuchskräfte sowohl in der Industrie als auch in Dienstleistungsunternehmen heiß begehrt sind.

 

Rund um Wirschaftsingenieurwesen

Im Spannungsfeld der Globalisierung arbeiten

Arbeitsteilige Prozesse fordern spezialisierte Arbeitskräfte – hier kommst du ins Spiel. Märkte sind für Unternehmen weltweit erreichbar geworden, wirtschaftliche Entscheidungen werden komplexer und die Leistungsforderungen der Unternehmen anspruchsvoller. Der Trend geht weg von der rein technischen Spezialisierung auf einem abgegrenzten Teilgebiet und hin zum Denken in größeren Zusammenhängen im technisch-wirtschaftlichen Gesamtkomplex.

Wirtschaftsingenieurinnen und -ingenieure werden diesen Anforderungen gerecht. Sie lösen nicht mehr nur technisch, sondern auch wirtschaftlich vernetzte Fragestellungen, sind Generalisten mit Methodenwissen, besitzen eine ausgeprägte Koordinations- und Führungsfähigkeit und sind mit internationalen Geschäftsvorgängen vertraut. Du erkennst dich in Teilen dieser Eigenschaften wieder oder möchtest genau das später einmal von dir sagen können? Ein Hochschulstudium würde dich in jedem Fall weiter bringen.

Ein typischer Werdegang ist der vom Bachelorabschluss zum Master of Science, über eine Anstellung als IT-Manager und schließlich zur Promotion, um noch höher aufzusteigen.

Hohe Frauenquote

Die Frauenquote innerhalb des Wirtschaftsingenieurwesens rangiert mit 17 Prozent deutlich über denen von anderen Ingenieurswissenschaften. Diese verzeichnen im Schnitt 5,7 Prozent Studentinnen. Frauen und Technik passen somit hervorragend zusammen. Alles, was du brauchest, sind Neugier und Engagement. Das Fachwissen und die Methoden lernst du dann an der Uni in entsprechenden Veranstaltungen. Mit entsprechenden Kompetenzen bist du anschließend auch im Berufsleben absolut durchsetzungsfähig.

In fast allen Unternehmensbereichen tätig sein können

Wirtschaftsingenieure und Wirtschaftsingenieurinnen sind in nahezu allen Unternehmensbereichen vertreten. Damit steht es dir frei ob du nun in der Produktion, Logistik oder im Marketing arbeiten willst. Controlling, Beratung – dir sind fast keine Grenzen gesetzt. Wie eine Studie des VWI e.V. bestätigt, besetzt zudem eine große Zahl von Wirtschaftsingenieurinnen und Wirtschaftsingenieuren Führungspositionen im Unternehmen. Aufgrund ihrer Bandbreite und Qualifikation stehen Wirtschaftsingenieurinnen und –Ingenieure somit auf der Jobleiter sehr weit oben.

Weiterhin wird prognostiziert, dass sich das Tätigkeitsfeld auch auf Bereiche wie Gesundheitsmanagement, Energie- und Ressourcen- oder Innovationsmanagement ausweiten könnte. Vor allem im Dienstleistungssektor ist der Anteil an Wirtschaftsingenieuren und Wirtschaftsingenieurinnen gestiegen. Dahinter verbirgt sich unter anderem die Nachfrage von Unternehmensberatungen und Banken, die Wirtschaftsingenieurinnen und –Ingenieure gern einsetzen, um die Produktionsabläufe in den Unternehmen ihrer Kunden zu optimieren.

Vereine als Wirtschaftsingenieurin zwei Seelen in deiner Brust: Ökonomie und Technik

Du hast dich schon immer für Technik interessiert? Deine Lieblingsfächer in der Schule waren vielleicht Physik und Mathematik? Das Ingenieurwesen könnte dann etwas für dich sein. Oder du entscheidest dich für eine neue Ausrichtung der klassischen Ingenieursausbildung: Wirtschaftsingenieurwesen. Wir wollen dir zeigen, was dich in dieser Berufsbranche erwartet und dir ein paar gute Gründe nennen, wieso sich es sich lohnt, als Wirtschaftsingenieurin tätig zu werden.

Die doppelte Ausbildung in den Bereichen Betriebswirtschaft und Technik stellt zwar höhere Ansprüche an die Studierenden als ein klassisches Ingenieurstudium, sie zahlt sich allerdings in jedem Fall aus. Fachkräfte dieser Branche sind vielfältiger einsetzbar. Hinzu kommt ihre Fähigkeit, besser verschiedene Sichtweisen miteinander zu kombinieren und sie den Beteiligten aus verschiedenen Fachbereichen entsprechend zu vermitteln.

Beliebter Studiengang

Beliebter Studiengang

Dies zeigt auch die Zahl an Studienanfängern, die sich für dieses Studium entscheiden. Binnen 20 Jahren hat sich die Zahl der Studenten vervierfacht. Im Wintersemester 2003/2004 haben zum Beispiel 4685 Wirtschaftsingenieure ihr Studium abgeschlossen, über 43.000 waren eingeschrieben. Kaum ein anderer Studiengang hat eine derart explosionsartige Entwicklung erlebt.

Eine Schnittstellendisziplin mit Zukunft

Das Wirtschaftsingenieurwesen führt Disziplinen zusammen und vermittelt zwischen verschiedenen Denkweisen. Als Generalist bist du ein kompetenter Partner der fachlichen Spezialisten, da du bereichsübergreifend denkst und damit grenzüberschreitende Aufgaben erfolgreich ausführst. Bereits die Auswahl an Studieninhalten zeigt dir, wie breit angelegt der Bereich des Wirtschaftsingenieurwesens ist. Du besitzt nach deiner Ausbildung nicht nur Kenntnisse aus der Betriebs-, Volks- und Rechtswissenschaft, sondern auch natur- und ingenieurwissenschaftliches Know-how.. Das öffnet dir die Türen zu den verschiedensten Einsatzfeldern im Unternehmen. Das Wirtschaftsingenieurwesen wird genau deshalb auch als Schnittstellendisziplin bezeichnet.

Um dir ein Beispiel zu geben: Will ein Automobilhersteller ein neues Auto produzieren, planen Maschinenbauer die nötigen Fertigungsanlagen, während Logistiker die Zulieferung der Teile optimieren und Wirtschaftswissenschaftler das Budget kalkulieren. Du als Wirtschaftsingenieurin stündest mittendrin und koordinierst die Abläufe zwischen allen Beteiligten

Einstiegsgehälter auf hohem Niveau und gute Aufstiegschancen

Natürlich spielt auch das Geld eine Rolle, ebenso wie die Aufstiegschancen in diesem Berufszweig. Wirtschaftsingenieurinnen und –Ingenieure gehören zu den besserverdienenden Ingenieuren. In Abhängigkeit von Hochschulabschluss und Art der Hochschule sind Einstiegsgehälter zwischen 34.000 € und 41.000 € zu erwarten, wie der VWI e.V. mitteilt. Laut einer Publikation der Hans Böckler-Stiftung liegt der Median für das Gehalt bei 4194 Euro pro Monat (im Jahr 2011). Großunternehmen zahlen hierbei deutlich mehr und promovierte Wirtschaftsingenieurinnen und –Ingenieure verdienen überdurchschnittlich.