Komm, mach MINT, Mädchen!

Zukunftsenergien

Die Energien der Zukunft – Der Mix macht’s

Ob es uns bewusst ist oder nicht: Energie ist die Voraussetzung allen Lebens – und Strom beherrscht unseren Lebensalltag. Ob Kaffeemaschine, Computer, Fernseher oder Smartphone – jedes Gerät scheint auf Knopfdruck zu funktionieren, der Strom fließt wie von selbst wie das Blut durch unsere Adern. Etwa 1,78 Millionen Kilometer ist das Stromnetz von Deutschland lang. Die Empfänger am Ende der Leitung fragen sich immer mehr, wie er produziert wird. Auch die Herstellung von Fahrzeugkraftstoffen und Wärme werden zunehmend hinterfragt. Erneuerbare Energien sind das Thema von Gegenwart und Zukunft. Die Branche wächst. Und sie bietet hervorragende Aussichten für Beruf und Karriere von jungen Frauen.

 

Rund um Zukunftsenergien

Die Kräfte der Zukunft

Die Kräfte der Zukunft

Der Hunger nach Energie scheint unstillbar. Mit der Weltbevölkerung wächst auch der Energiebedarf kontinuierlich. Umweltverträglichere und effizientere Wege zur Nutzung der vorhandenen Ressourcen werden notwendig. Schrumpfende Ressourcen der fossilen Energieträger und tiefgreifende Klimaveränderungen erfordern ein Umdenken. Die Natur liefert uns kostenlos unendlich viel Energie in Form von Sonnenlicht, Windbewegung, Wasserkraft, Erdwärme oder nachwachsender Biomasse. Diese decken schon heute einen geringen Teil unseres Energiebedarfs.

Etwa 28.000 Windräder zieren hierzulande schon die Landschaft. Zahlreiche Forscher/innen tüfteln aber unnachgiebig an noch ganz anderen Ideen und Großprojekten zur umweltfreundlicheren Energieerzeugung. Aus Visionen soll Wirklichkeit gemacht werden. Ein paar Beispiele:

• Eine Flachwasserkraftanlage in Form einer riesigen Muschel an den schottischen Orkneyinseln „fängt“ Meereswellen ein und produziert für rund 450 Haushalte Strom.

• Beim Milliardenprojekts DESERTEC wird die Wüste Afrikas als Solartankstelle, auch für Europa, genutzt. Bis 2050 sollen hierdurch 15 Prozent des Energiebedarfs für Europa gedeckt werden.

• Abfälle wie Bananenschalen, der Mist vom Bauernhof und nachwachsende Rohstoffe wie Holz, Mais und Getreide werden zur Energiegewinnung verwendet.

• Selbst die Alge wird zur Energieerzeugung angezapft. Durch ihren hohen Wirkungsgrad bei der Photosynthese kann sie zur Herstellung unterschiedlicher Energieträger, wie beispielsweise Biotreibstoffe und Wasserstoff, eingesetzt werden. Mit 230.000 Hektar Algenkulturen könnte der gesamte jährliche Dieselbedarf Deutschlands gedeckt werden und spart massig CO2-Ausstoß – eine Fläche nur gut acht Mal größer als die Stadt Erfurt.

• Aus dem Öl der Jatropha Pflanze, die von nachhaltig betriebenen Plantagen in Südostafrika stammt, wird Biotreibstoff gewonnen. Mit diesem werden auch Flugzeuge betankt.

Branche mit Zukunftspotenzial

Das Spektrum an Berufen in der Energiebranche ist breit gefächert. Erneuerbare Energien sind mittlerweile ein Garant für beständig neue Arbeitsplätze. Insbesondere Ingenieurinnen und Ingenieure mit unterschiedlichen Schwerpunkten sind gefragt, darunter Elektro-, Anlagen- und Energietechnik, aber auch Mechatronik und Umweltschutz. Fachleute für die Rohstoffgewinnung, speziell Absolvent/innen aus Geophysik, Chemie und Geologie, gehören auch zur heiß begehrten Mitarbeiterschaft. Eine mehrjährige Studie im Auftrag des Bundesumweltministeriums (BMU) stützt diesen Trend. Während man im Jahr 2004 rund 160.000 Arbeitsplätze dem Bereich der Erneuerbaren Energien zuschrieb, waren es Ende 2009 mit 340.000 mehr als doppelt so viele. Bis 2030 sollen geschätzt mehr als eine halbe Million Beschäftige allein in diesem Bereich arbeiten. Gerade junge Frauen entscheiden sich auch deshalb immer mehr für die Erneuerbaren Energien. Sie zieht es in Jobs, die etwas mit Nachhaltigkeit zu tun haben. Dort, wo Geschäft und gutes Gewissen miteinander vereinbar sind.

Erneuerbare Energien: Wie funktioniert das eigentlich?

Die Energiewende in Deutschland ist beschlossene Sache. Rund 32 Prozent der Energie wird in Deutschland bereits durch die Wind, Sonne und Co. gewonnen (Stand 2017). Doch nach welchen Prinzipien funktioniert das eigentlich?

Ob Kernfusion, Biomasse und Sonnenenergie, ob Erdwärme oder Wasserkraft, ob Pumpspeicher oder Windkraft – die alternativen Energiequellen bieten ein schier unerschöpfliches Potential zur Energieerzeugung. So unterschiedlich diese Energiequellen auch sind, so unterschiedlich sind die Verfahren zur Umwandlung in elektrische Energie. Einige Quellen und Verfahren sind noch immer Zukunftsmusik, für die Wissenschaft eine Menge spannender Entwicklungsarbeit. Auf den folgenden Seiten erfahrt ihr etwas über die Grundideen der Energiegewinnung aus erneuerbaren Quellen.