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Dr. Jutta Panieske-Pasterkamp, Hochschule Nordhausen

Erneuerbare Energien sind spätestens seit Fukushima auch bei den meisten politischen Hardlinern aus der Nische vorgerückt. Die Energien der Zukunft werden verstärkt regional, ja sogar lokal erzeugt. Dr. Jutta Parnieske-Pasterkamp beschäftigt sich als Geographin mit unserem Planeten in seiner räumlichen Struktur und Entwicklung und vor allem mit seiner Beschaffenheit als Lebensraum auch für uns Menschen.

Die gebürtige Saarländerin Jutta Parnieske-Pasterkamp hat es 1995 nach Thüringen verschlagen, um ihre Diplomarbeit über die Aschehalden in Nordthüringen zu schreiben. In der K-UTEC GmbH Sondershausen war sie ab 1996 in der Abteilung Abfall/Altlasten beschäftigt, wo sie in einem Forschungsprojekt die Umweltauswirkungen und die Alterung der Salzhalden im ehemaligen Kalirevier im Südharz untersuchte. Seit dem Sommersemester 2001 unterrichtet Sie an der Hochschule Nordhausen naturwissenschaftliche Grundlagen und engagiert sich für mehr Frauen in MINT-Berufen. 

Ihr Fach sind quasi die Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft. Welchen Beitrag können diese denn konkret als Energiequelle leisten, welche Potentiale stecken hierin?

Sie sind der Beitrag – der Raum stellt uns mit ganz unterschiedlichen Potentialen viel mehr Energie zur Verfügung, wie wir jemals nutzen können. Die Frage ist nur: Wie kann ich sie möglichst effektiv und nachhaltig, also ohne großen Eingriff in die Natur und ressourcenschonend, umwandeln und vereinfacht gesagt Strom für die Steckdose oder Treibstoff für die Autos produzieren. Und wie kann ich nicht benötigte Energie speichern, um auch bei Windstille Kuchen im Backofen zu backen? Das ist ein wichtiger Knackpunkt. Zum Raum gehört natürlich auch noch die Biomasse, die bei effektiver und nachhaltiger Flächennutzung auch ohne Mais-Monokulturen auskommt. Und sie liefert flüssige Energie, die wir als Treibstoff in den Fahrzeugen nutzen können.

 

Sie sind Geographin, da ziehe ich vielleicht vorschnell den Schluss, dass Sie auch eine Verfechterin von Erneuerbaren Energien sind!? Kann man Ihre Tätigkeit am „Energie-Campus“ in Thüringen als zusätzliches Zeugnis dieser Spekulation ansehen?

Genau. Von Beginn an habe ich den Studiengang Regenerative Energietechnik mit meinen Lehrveranstaltungen zu  naturwissenschaftlichen Grundlagen unterstützen dürfen – die Technik zu kennen ist das eine, aber die Grundlagen der Natur zu verstehen ist aus meiner Sicht für einen angehenden Ingenieur fast noch wichtiger.

 

Mit den Grundlagen der Natur hat sich auch der Philosoph Immanuel Kant beschäftigt. Der sagte: „Es ist nichts, was den geschulten Verstand mehr kultiviert und bildet, als Geographie.“ Was ist denn für Sie so spannend an der Geographie?  

Spannend sind die Komplexität und das Vielfältige – man muss gewillt sein, sehr komplexe Zusammenhänge, die sich innerhalb von wenigen Sekunden oder eben Jahrmillionen verändern,  verstehen zu wollen. Der Blick fürs Ganze, der ist, so glaube ich, sehr wichtig. Und die Phantasie – ich kann mir eben nur ausmalen, wie eine Gesteinsart oder ein Bodentyp entstanden sind, beobachten lässt sich dies kaum. Nur mit dem Wetter ist das anders. Das ist dynamisch und launisch  – und im Prinzip kaum vorhersagbar.

 

Ihre Leidenschaft für die Geographie, wo und wann ist die eigentlich geboren? Zählten Sie zu den Kindern, deren Temperament nur draußen an der frischen Luft in den Felder und Fluren zu bändigen war?

Eigentlich nicht, ich war gerne draußen, ja – aber zunächst wollte ich eigentlich mal BWL studieren, habe ich auch ein paar Semester lang durchgehalten. Auf Geographie hat mich dann ein Freund gebracht, der immer begeistert von seinen Geländepraktika und Exkursionen erzählt hat. Das klang gut und war dann ja auch wirklich das richtige für mich.



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