Komm, mach MINT, Mädchen!

Dipl.-Ing. Laura Weitze, Bauhaus-Universität Weimar

Die Diplom- Ingenieurin Laura Weitze hat an der Bauhaus-Universität Weimar Umweltingenieurwissenschaften studiert. Nach ihrem Studium beschäftigte sich die Mutter eines 7 jährigen Sohnes unter anderem mit der Optimierung von Biogasanlagen und der Entwicklung einer kleinen und mobilen Vergärungsanlage für Landwirte. Momentan gibt sie ihr Wissen an der Professur Biotechnologie in der Ressourcenwirtschaft an die nächste Generation zukünftiger Ingenieure weiter. Sie lehrt, begleitet und entwickelt Lehrinhalte für einen Studiengang in Nepal. In Ihrer Dissertation beschäftigt sich die Umweltingenieurin mit dem wertvollen Erfahrungswissen von Menschen, die im Umweltsektor arbeiten und forscht, wie erschließbar und transferierbar dieses ist. Was sie antreibt, ist die Leidenschaft für komplexe Zusammenhänge und die Interaktion zwischen Mensch und Technik.

Guten Tag Frau Weitze – vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen, um uns einige Fragen zu beantworten und so jungen Mädchen bei ihrer Entscheidungsfindung zu helfen.

Was sind Eigenschaften und Fähigkeiten, die man unbedingt für diesen Beruf mitbringen sollte und wie ist Ihre genaue Berufsbezeichnung?

Ich bin ausgebildete Umweltingenieurin und habe Infrastruktur und Umwelt, heute Umweltingenieurwissenschaften, an der Bauhaus-Universität Weimar studiert, eine Spezialisierung des Bauingenieurwesens, mit dem Fokus auf die Ver- und Entsorgung in einer Stadt. Was man als Studierende oder Absolvierende unbedingt mitbringen sollte, ist Neugier – unbedingt, denn als Ingenieure sind wir immer mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Eine andere wichtige Sache ist die Leidenschaft, denn mitunter sind die Sachen im Studium oder Beruf langwierig. Dazu gehört es dann natürlich auch, ausdauernd zu sein. Teamgeist ist ebenfalls sehr wichtig, gerade als Ingenieur oder Umweltingenieur wird man später immer im Team agieren. 

Was sind besondere Eigenschaften und Fähigkeiten, die man dann später im Beruf erwirbt?

Ich bin in einer speziellen Situation. Ich arbeite an der Universität als wissenschaftliche Mitarbeiterin. Das sind ja nochmal etwas andere Aufgaben, als wenn ich in einem Ingenieurbüro arbeite. Die Fähigkeit, die man überall erwirbt, ist Effizienz. Wie kriege ich am besten einen sehr guten Erfolg in möglichst kurzer Zeit hin. Eine weitere Voraussetzung, die man mitbringen sollte und ausbauen kann: Spaß am Prozess und daran, dass sich etwas entwickelt. Was alle lernen, ist das man immer lernen muss. Im Berufsalltag gewinnt man an Professionalität, dass man sich nicht mehr alles zu Herzen nimmt und dass es „nur“ der Job ist und dass es nicht immer mit mir selbst zu tun hat. Am Anfang fühlte ich mich unersetzbar und habe Niederlagen auf mein persönliches „Nichtkönnen“ bezögen. Das ist natürlich nicht immer so und eine wichtige Erfahrung beim Berufseinstieg.

Und an der Universität – was lernt man hier speziell von der fachlichen Seite aus?

Ich arbeite hier an der Professur Biotechnologie und Ressourcenwirtschaft. Wir beschäftigen uns damit, wie wir mit den organischen Stoffströmen in der Stadt, Bioabfall zum Beispiel, umgehen, um daraus Produkte zu gewinnen. Sei es, dass man mit einer Kompostierung arbeitet oder die organischen Stoffströme vergärt und Biogas daraus erzeugt. Ich habe sehr viel gelernt, da ich 3 Jahre lang im Labor gearbeitet habe. Wir haben hier in Weimar ein sehr großes Technikum, in dem wir Vergärungsversuche durchführen. Und im Umgang mit der Praxis lernt man ganz viel im Sinne von: Wie halte ich eine Bohrmaschine und wo bohre ich das Loch? Bis zu: Wie erstelle ich ein Reglungskonzept am Computer? Wie gesagt, man lernt nie aus und das macht den Beruf des Ingenieurs besonders reizvoll. Stoffstrommodellierungen machen wir unter anderem auch: „Wenn ich jetzt heute meine Bananenschale wegwerfe, wo kommt die dann an und wie viel Energie wird bis zum Endprodukt, Kompost, dann eigentlich verbraucht?“ 

Wie sieht bei Ihnen ein regulärer Arbeitstag aus?

Ich habe seit 2 Jahren eine Stelle, in der ich mich sehr viel mit Lehre beschäftige. Das ist ebenfalls ein schöner Nebenaspekt, wenn man an der Universität arbeitet. Wenn ich möchte, kann ich Vorlesungen halten, Übungen machen, mir überlegen wie man mehr Inhalte besser vermitteln kann. Es macht sehr viel Spaß zu sehen, wie sich Menschen entwickeln und einen Teil dazu beitragen zu dürfen. Ich schreibe Lehrkonzepte, beschäftige mich mit eLearning, habe aber auch ein Forschungsprojekt in Nepal, wo es darum geht, einen neuen Studiengang mit mehr umweltrelevanten Themen zu initiieren. Aus diesem Grund bin ich regelmäßig in Nepal und Thailand. Sonst ist der Alltag damit voll, den Alltag zu organisieren (lacht). Der Forschungsalltag sieht nicht sehr viel anders aus, denn Forschungstätigkeit heißt nicht nur, dass man zwangläufig immer nur im Labor steht oder vor dem Rechner sitzt, sondern bedeutet auch viel Korrespondenz mit Partnern und Kollegen. 

Wie viel Kontakt zu Studierenden hat man und wie viel Zeit plant man Sachen am Rechner?

Das hängt etwas davon ab, ob vorlesungsfreie Zeit ist, denn da sind ja weniger Studierende in Weimar, oder es im Semester ist. Im Semester kommt es häufiger vor, dass Studierende Gespräche oder Konsultationen wünschen. In den Semesterferien habe ich dann etwas mehr Zeit, mich mit der Lehrvorbereitung oder mit meinen Forschungsprojekten zu beschäftigen. In der Vorlesungszeit, grade in der Mitte und am Anfang, ist schon viel Präsenz erforderlich, aber es ist auch semesterabhängig. Ich habe jetzt gerade ein Semester, da betreue ich 13 Bachelorgruppen in einem Fachprojekt, das beschäftigt sich mit der Abfallentsorgung in einem Stadtgebiet: „Wie sieht es mit einer Abfallsammelroute aus?“ Und da kommen dann jede Woche 3-4 Leute, die ein Gespräch wünschen und natürlich bekommen. Eine genaue Zeitangabe ist somit nicht möglich. Durchschnittlich habe ich 5 Stunden in der Woche direkten Kontakt mit Studierenden, sei es in Besprechungen oder Vorlesungen.

Wann wussten Sie das erste Mal, dass Sie Ingenieurin werden möchten? War das eher eine Herz- oder Kopfentscheidung?

Eine sehr schöne Frage! Ich wollte eigentlich nicht immer Ingenieur werden, das war gar nicht mein Hauptinteressenfeld. Ich wollte eher sowas in der geisteswissenschaftlichen Richtung machen und hatte dann aber im Abitur in der 11. Klasse eine Mathelehrerin, die ich sehr begeisternd fand. Und dann hatten wir Ableitungen und sie hat dazu eine Geschichte erzählt und da hatte ich so einen Aha-Effekt, da habe ich erst verstanden, was ich damit überhaupt alles machen kann. Und da habe ich Tränchen in den Augen gehabt! Meine ganze Jugend hat mich zudem fasziniert, wie aus schmutzigem Wasser sauberes Wasser wird. Wenn ich mit meinen Eltern im Urlaub war, habe ich versucht die nächste Kläranlage zu besuchen (lacht). Dann kam die Entscheidung: Was mache ich? Und dann war es mir klar, ich mache etwas, bei dem ich emotionale Leidenschaft habe und werde Ingenieur. Dann wollte ich unbedingt etwas mit Abwasser und Abfall machen, denn auch Müllautos fand ich technisch gesehen schon immer klasse (schmunzelt). Und das Interessante ist ja, über die Jahre kam es dazu, dass ich vom klassischen Ingenieur nun in einer geisteswissenschaftlichen Schnittstelle angelangt bin, da ich mich jetzt viel mit Lernpsychologie und Erfahrungswissen beschäftigte. Ich finde es schön, dass sich Wege entwickeln.

Was war die größte Herausforderung, die Sie bisher im Berufsleben meistern mussten? Gab es da einen speziellen, besonders schwierigen Auftrag?

Ich hatte ganz am Anfang meiner Tätigkeit an der Bauhaus-Universität Weimar ein Projekt, da ging es um Regelungsstrategien, also wie kann ich Biogasanlagen regulieren durch eine angepasste Zufuhr an Substraten. Wir haben uns damit beschäftigt, eine Strategie zu entwickeln, wie die Praxisanlage effizienter läuft und die Betreiber nicht mehr so viel Substrat einbringen müssen bei genügender Biogasproduktion. Ich kam frisch von der Uni und musste einen Logistikplan erstellen, einen Versuchsplan fürs Labor und in der dritten Woche durfte ich auf die Biogasanlage fahren und mit den Praxispartnern sprechen. Danach habe ich das Projekt 3 Jahre lang betreut. Am Anfang hatte ich noch keine Ahnung, wie ein Messgerät funktioniert oder in Matlab, einem Computerprogramm, zu programmieren oder meine Dokumente zu strukturieren. Was ich am Ende in den 3 Jahren gelernt habe, davon zehre ich heute noch. Dann, wenn man aus der Komfortzone rauskommt, dann erst entwickelt man sich weiter.

Gibt es ein Klischee über Ihren Beruf oder Frauen in diesem Beruf, das nicht wahr ist?

Also das grundsätzliche Klischee eines wissenschaftlichen Mitarbeiters an der Uni ist: die machen ja nichts und sitzen nur da. Das stimmt gar nicht. Wir haben genau den gleichen Workflow, wie jeder andere Ingenieur in einem Ingenieurbüro auch. Wir haben mitunter eine zeitliche Entzerrung, da unsere Projekte eine Laufzeit von 2-3 Jahren haben und nicht nächste Woche eine Brücke dort stehen muss. Aber der Arbeitsaufwand ist ähnlich und mitunter sogar noch mehr, da die wissenschaftlichen Mitarbeiter nebenher an ihrer Doktorarbeit arbeiten. 

Frauen im Beruf: Ganz oft denkt man ja, dass Frauen hier nicht ernst genommen werden oder keine Chancen haben, aber diese Erfahrung habe ich nicht gemacht, ganz im Gegenteil. Gerade die MINT-Fächer werden sehr gut gefördert in Hinsicht auf Frauenförderung. Es gibt MINT-Stipendien für Studentinnen, da wird viel gemacht an der Bauhaus-Universität-Weimar, um gerade die naturwissenschaftlichen Fächer für Frauen attraktiv zu machen. Es gibt auch Wiedereinstiegs-Stipendien für Frauen, die ein Kind bekommen haben. Ein weiteres Klischee ist, dass man als Frau zwar an der Uni studieren kann, aber keine Stelle hier bekommt. Das ist nicht wahr. Wenn ich im wissenschaftlichen Kontext unterwegs bin, bin ich nicht das schmückende Beiwerk meiner Kollegen oder des Professors, sondern treffe meine eigenen Entscheidungen. 

Hat man viele Aufstiegschancen oder Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln? Und wie sind diese Chancen im Vergleich zu den männlichen Kollegen?

Das habe ich ja grade bereits erwähnt, wir haben eine ausgeprägte Frauenförderungskultur an der Bauhaus-Universität Weimar. An der Universität haben Frauen tatsächlich einen Vorteil im Hinblick auf zusätzliche Weiterbildungsmöglichkeiten. Es gibt den Frauenförderfond, da ist es möglich für seine Doktorarbeit, für Studien, Weiterbildungen oder eine Versuchsdurchführung, Geld zu beantragen. Dann gibt es ein Nachwuchswissenschaftlerinnen-Programm, das nennt sich Women in Science and Art, abgekürzt WISA. Das ist eine sehr schöne Sache, da schließen sich Promovendinnen zusammen und bekommen eine Förderung für karriere- und persönlichkeitsbezogene Weiterbildung wie Rhetorikseminare oder Work-Life Balance-Kurse. Die akademische Personalentwicklung an Hochschulen in Thüringen, die HIT, ermöglicht eine Weiterbildung des wissenschaftlichen Personals im Bereich der Hochschuldidaktik. Und mein Chef, Prof. Kraft, unterstützt meine Weiterbildung zusätzlich, da er mich auf Fachkonferenzen fahren lässt. Das ist eine sehr gute Möglichkeit, sich zu vernetzen und vor Publikum zu reden und seine Thesen und Ideen vor einem größeren Publikum diskutiert zu wissen.

Haben Sie spezielle Erinnerungen an den Frauenanteil während Ihrer Studienzeit oder an bestimmte Erlebnisse als Frau in diesem Studium?

Wir hatten bereits 50 % Frauenanteil und das ist auch heute noch so. Das war schön und ist angenehm (lacht), wenn man nicht nur von Männern umgeben ist. Es war immer sehr spannend zu erleben, dass Studenten und Studentinnen doch anders an den Lernstoff herangehen und man durchaus einen anderen Ehrgeiz spürt. Das ändert sich mittlerweile auch in anderen Studiengängen, denn die MINT-Fächer haben mittlerweile im Schnitt 25 % Frauenanteil. 

Und was denken Sie ist im Speziellen so faszinierend für Frauen in dem Studium, da die Quote überdurchschnittlich hoch ist?

Das Schöne ist, dass die Umweltingenieurwissenschaft kein ganz klassisches Bauingenieurstudium ist, wo man ganz viel technische Mechanik, Tragwerkslehre oder Mathe hat. Es werden Grundlagen vermittelt und das ist mitunter anstrengend und schwer, aber es ist machbar. Was mich damals sehr begeistert hat, ist, dass immer etwas weiter geht. Wenn ich mich jetzt mit urbanen Ressourcen beschäftige, Abfall, Energie, Verkehr, dann hat das immer etwas mit Menschen und Sozialisation und Gesellschaft zu tun und das ist sehr spannend. Sehr viel Arbeit stecken wir ins Überlegen: „Wird mein erdachtes System vom Nutzer überhaupt akzeptiert?“ Wenn eine Abfallsammelroute geplant wird, die nur zu Schwierigkeiten führt, beispielsweise das immer Stau ist, dann führt das zu großen Protesten. Auch wenn ich in die Siedlungswasserwirtschaft schaue, wo Kollegen eine wasserreduzierte Toilette entwickeln, die mit einem Vakuumsystem funktioniert und ingenieurswissenschaftlich perfekt ist, die Leute wollen ein Geräusch haben und Wasser beim Spülen sehen. Wir müssen uns überlegen, wie wir die Organik nutzen können, um neue Organik wie Kompost daraus entstehen zu lassen und dies zusammen mit den Menschen die sie produzieren und später nutzen. 

Was ist besonders faszinierend an Ihrem Fach? Gibt es eine spezielle Anekdote über ein/en Forschungsergebnis/Versuch/Sache Ihres Faches, die Sie begeistert hat?

Es ist sehr vieles sehr spannend. Ich habe mal ein Forschungsprojekt betreut, zusammen mit einem Ingenieurbüro, da ging es darum, eine kleine mobile Biogasanlage für Bauern mit rund 50 Kühen zu entwickeln. Die Anlage PORTAFERM wurde als Pilot gebaut und ich habe die Anlage in Mühlhausen ein Jahr lang betreut. Das Blockheizkraftheizwerk, wo Biogas in Strom und Wärme umgewandelt wird, ist immer mal kaputt gegangen. Einestages war ich ganz allein auf dieser Anlage und das BHKW ist ausgestiegen und ich hatte das zu klären. Ich habe keine Ahnung von Motoren und auf einmal sollte ich dem Service-Techniker am Telefon das Problem beschreiben. Das es wirklich möglich war, obwohl ich einen Motor noch nie so nah gesehen habe, relativ genau zu beschreiben, wo das Problem liegt und er mir dann in der Rückführung genau sagen konnte, was ich zu tun hatte und am Ende lief das Blockheizkraftwerk wieder (lacht) – da war ich sehr stolz auf mich.

Worauf dürfen wir uns in Zukunft als Endkunden vorbereiten – was sind die Neuerungen in Ihrem Fach?

Unser Forschungsfeld ist die Stadt. In einem Forschungsprojekt begleiten wir den Neubau eines Stadtquartiers in Hamburg – Hamburg Jenfeld. Im KREIS Projekt (Kopplung von regenerativer Energiegewinnung mit innovativer Stadtentwässerung) betrachten wir das Abwasser als ganzheitliche Ressource. In einem Arbeitspaket geht es darum, mit einer Vakuumtoilette das Schwarzwasser, also Fäkalien, Urin und ein bisschen Wasser, in einer Biogasanlage zu vergären und zusätzlich organische Abfälle einzubringen, um daraus für das Stadtgebiet Energie zu erzeugen. Wir beschäftigen uns konkret damit, dass immer mehr Arzneimittelrückstände im Abwasser zu finden sind und stellen Untersuchungen an, inwiefern Mikroorganismen diese Rückstände reduzieren können. Das Ziel ist, Stoffe möglichst sortenrein zu sammeln, um sie bestens weiter- und wiederverwenden zu können. 

Ein anderes Forschungsprojekt, das bald startet, dreht sich um Algen. Die Algenproduktion ermöglicht auch ohne große Landflächennutzung einen Anbau von Pflanzenmasse und wir wollten testen, ob sich die Mikro-, später auch Makroalge, als Substrat für Biogasanlagen eignet. Ein weiteres Feld ist die Kreislaufwirtschaft, die es beispielsweise innerhalb einer Stadt zu initiieren gilt. Zum Beispiel durch urban farming, in dem die Bürger dazu ermutigt werden, auf ihrer Terrasse Nahrungsmittel selber anzubauen und den Transport von Tomaten aus Spanien somit zu meiden. Ein weiteres Feld ist die Biokohle. Wenn wir Bananen-, Nussschalen oder Bioabfall mit wenig Sauerstoff zu Kohle verbrennen, dann entsteht Biokohle. Sicherlich kennen Sie Berichte über die alten Indios im Amazonasgebiet, die eine sehr fruchtbare Erde hatten, obwohl dies die Bodeneigenschaften eigentlich gar nicht ermöglichten. Wissenschaftler haben rausgefunden, dass die Indios Holzkohle in den Boden eingebracht haben. Daraus lernen wir heute und untersuchen, welche weiteren Einsatzgebiete die Biokohle zukünftig haben kann. 

Was sind für Sie die Top 3 Gründe, Ihr Fach zu studieren? Und was sind die besten Gründe für junge Frauen?

Einerseits haben wir als Frauen den Vorteil, dass später bei der Einstellung immer mehr darauf geachtet wird, dass Frauen und Männer eingestellt werden. Gerade auch die weiblichen Fähigkeiten, dass wir Dinge vernetzen und überblicken können, werden gebraucht. Hier ist der geringere Frauenanteil bei den Absolvierenden durchaus von Vorteil bei der Stellensuche.

Zudem sind die Umweltingenieurwissenschaften ein grundständiges Studium, das im Anschluss viele individuelle Ausrichtungen ermöglicht. Es ist eine sehr schöne Schnittstelle zwischen einem klassischen Ingenieursstudium und der Umwelttechnik und sehr geeignet für Frauen, die sich breit aufstellen wollen. 

Zudem lernt sich „Frau“ im Studium gegenüber Männern zu behaupten und lernt ihre Stärken und Schwächen kennen. 

Welchen Rat möchten Sie jungen Frauen geben, die noch zögern, Ingenieurinnen zu werden?

Reden sie unbedingt mit Ingenieurinnen (lacht)! Man hat nur Angst vor etwas, was einem fremd ist. Legen Sie ihre Angst ab, indem sie zu Schnuppertagen oder –studium gehen. Suchen Sie sich eine Mentorin oder setzten Sie sich doch einfach mal in eine Vorlesung. Es ist nicht so schlimm, wie man denkt. Es ist alles schaffbar und in jedem Studium gibt es Höhen und Tiefen. Ich kann immer nur empfehlen: fragen, sprechen, schauen, selber machen. 

Vielen Dank für das Interview!

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